R.E.M.edy
1. Was ist R.E.M.edy?
Das Gehirn ist von Natur aus in der Lage, belastende Erinnerungen zu verarbeiten. Diese können jedoch aufgrund von Überwältigung oder Schock, den man in der Situation empfunden hat, "steckenbleiben". Dann funktioniert die Verarbeitung nicht. R.E.M.edy zielt darauf ab, diesen Verarbeitungsprozess nachträglich in Gang zu setzen und abzuschließen.
Das Besondere an der Methode:
Während der Behandlung erlebt der Betroffene, wie er sich aktiv und selbstbestimmt aus der belastenden Situation befreit, sich als autonomes Wesen begreift und aus dieser Freiheit heraus handlungsfähig wird. Die psychische Entlastung ist dabei direkt zu spüren.
Schockierende Erlebnisse können die Verarbeitung von Informationen im Gehirn stören, was zu psychischen und emotionalen Blockaden führt. Eine psychologische Blockade bezeichnet eine innere Hürde oder ein psychisches Hindernis, wodurch es einer Person erschwert wird, bestimmte Ziele zu erreichen, ihre Emotionen zu verarbeiten oder bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen. Diese Blockaden können auf vielfältige Weise entstehen und haben oft tiefere, unbewusste Ursachen, die mit vergangenen Erfahrungen, Ängsten, Traumata oder inneren Konflikten zusammenhängen.
2. Ursachen psychischer Blockaden
1. Traumatische Erlebnisse: Ereignisse wie Missbrauch, schwere Verluste oder andere einschneidende Erfahrungen können zu Blockaden führen, weil das Gehirn die Erinnerung daran als bedrohlich empfindet und der Betroffene unbewusst vermeidet, sich mit den Emotionen oder der Erinnerung auseinanderzusetzen.
2. Angst und Selbstzweifel: Ängste, wie z.B. Versagensangst oder die Angst, abgelehnt zu werden, können eine Blockade hervorrufen. Diese Ängste verhindern oft, dass jemand Entscheidungen trifft oder Chancen ergreift, die das Wachstum fördern würden.
3. Negative Glaubenssätze: Tief verwurzelte Überzeugungen wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich verdiene es nicht, glücklich zu sein“ können wie unsichtbare Mauern wirken, die die eigene Entwicklung blockieren. Diese Glaubenssätze verhindern, dass eine Person ihr Potenzial ausschöpft oder sich Veränderungen öffnet.
4. Perfektionismus: Der Wunsch, alles immer „richtig“ zu machen oder keinerlei Fehler zuzulassen, kann eine Blockade im Handeln hervorrufen. Der Gedanke, dass alles perfekt sein muss, lähmt oft den Entscheidungsprozess und führt zu Pro- oder Präkrastination.
5. Konditionierung und Gewohnheiten: Viele Blockaden entstehen durch erlernte Verhaltensmuster, die nicht mehr hilfreich, aber tief im Unterbewusstsein verankert sind.
z.B.: Ein Kind, welches die Erfahrung gemacht hat, nicht gehört zu werden, kann später Schwierigkeiten haben, sich in Gruppen auszudrücken oder Verantwortung zu übernehmen.
6. Kognitive Dissonanz: Bei zwei widersprüchlichen Gedanken oder Überzeugungen (z.B. „Ich möchte erfolgreich sein“ vs. „Ich habe Angst vor Misserfolg“), kann es zu einer Blockade kommen, da das Gehirn Schwierigkeiten hat, diese Widersprüchlichkeit zu lösen.
3. Grundprinzipien von R.E.M.edy
Mit Hilfe von R.E.M.edy werden die REM-Phasen (rapid eye movement ‚rasche Augenbewegung‘) des Tiefschlafs simuliert, in der normalerweise die Verarbeitung von Erlebnissen stattfinden.
R.E.M.edy (remedy engl. = Heilmittel) funktioniert aus mehreren miteinander verknüpften Gründen – sowohl psychologisch als auch neurobiologisch:
1. Bilaterale Stimulation durch Aktivierung beider Hirnhälften
• Löst ähnliche Prozesse wie im REM-Schlaf aus, wo Erlebnisse emotional „einsortiert“ und verarbeitet werden.
• Die Verarbeitung traumatischer Erinnerungen wird erleichtert, sodass sie weniger überwältigend und belastend sind.
2. Dual-Attention (Doppelte Aufmerksamkeit)
Während der R.E.M.edy-Behandlung erinnert man sich an belastende Erlebnisse und führt gleichzeitig eine Augenbewegung aus. Diese parallele Belastung des Arbeitsgedächtnisses bewirkt dabei folgendes:
• Die emotionale Intensität der Erinnerung wird reduziert.
• Man bleibt im Hier und Jetzt, während man sich an die Blockade/ das Trauma erinnert – dies verhindert eine Retraumatisierung.
3. Neu-Bewertung von Erinnerungen
Traumatische Erinnerungen sind oft nicht richtig „verdaut“ – sie bleiben sozusagen roh, fragmentiert und emotional aufgeladen. R.E.M.edy hilft dabei, diese Erinnerungen:
• Neu zu bewerten (z.B. von "Ich bin hilflos" zu "Ich bin stark").
• In den richtigen zeitlichen Kontext zu bringen, also nicht mehr so zu erleben, als wären sie gerade jetzt real.
4. Erfahrung und Verankerung der Autonomie
Zum Abschluss der Behandlung erfährt der Betroffene eine tiefe Selbstwirksamkeit, indem er sich aktiv und selbstbestimmt aus der belastenden Situation befreit.